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Wildgans Qigong bei chronischen Erkrankungen (Studie)

16/07/2026

Es gibt nicht viele Studien speziell über Wildgans Qigong.  Deshalb möchte ich euch diese kleine Studie nicht vorenthalten. 

Das Wichtigste in Kürze

Die Biophysikerin Beverly Rubik untersuchte in einer kleinen Pilotstudie, ob sich das Energiefeld des Menschen nach einer Einheit Wildgans-Qigong messbar verändert. Fünf chronisch kranke Erwachsene übten die ersten 64 Bewegungen des Dayan Qigong, und Rubik fotografierte davor und danach das Lichtbild ihrer Fingerkuppen mit einer speziellen Kamera (GDV-Technik).

Zwei Veränderungen zeigten sich bei allen fünf Personen. Erstens wurde der Rand des Lichtkranzes glatter und ruhiger, was Rubik mit einer gleichmäßig brennenden Gasflamme vergleicht und als ruhigeren Fluss des Qi deutet. Zweitens glich sich die Energieverteilung zwischen rechter und linker Körperhälfte an, das Feld wirkte nach dem Üben also ausgeglichener. Bei Anfängern fiel dieser Ausgleich am deutlichsten aus, während Geübte schon vorher ausgewogener waren.

Rubik selbst bleibt vorsichtig. Die Gruppe war sehr klein, es gab keine Kontrollgruppe, und das Messverfahren ist in der etablierten Wissenschaft umstritten. Als Beweis taugt die Studie deshalb nicht, als sorgfältige Beobachtung und Anstoß für größere Untersuchungen aber sehr wohl. Für die Praxis ist sie vor allem ein schönes Bild für etwas, das im Üben ohnehin erfahrbar wird: Wildgans DaYan Qigong bringt das System in einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand.

Zu den Details:

Es gibt eine kleine, aber bemerkenswerte Studie der amerikanischen Biophysikerin Beverly Rubik, in der Wildgans Qigong (Dayan Qigong) als Untersuchungsgegenstand diente. Rubik wollte herausfinden, ob sich das menschliche Energiefeld nach einer Qigong-Einheit messbar verändert. In diesem Beitrag stelle ich die Studie so genau wie möglich vor und erkläre die Ergebnisse in einer Sprache, die auch ohne physikalisches Fachwissen verständlich ist.

Die Forscherin und ihre Frage

Beverly Rubik ist promovierte Biophysikerin und leitet das Institute for Frontier Science in Oakland, Kalifornien. Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Frage, ob sich die alten Vorstellungen von Lebensenergie, also Qi in China, Prana im Ayurveda und Ki in Japan, mit den Mitteln der modernen Wissenschaft untersuchen lassen. Ihre Ausgangsthese lautet, dass der Mensch von einem sogenannten Biofeld durchdrungen und umgeben ist. Dieses Feld versteht sie als eine Art übergeordneten Regler, der die Lebensvorgänge auf allen Ebenen koordiniert, vom einzelnen Molekül bis zum ganzen Menschen.

Wichtig an ihrer Sichtweise ist die Idee, dass Wirkungen in zwei Richtungen verlaufen. Nicht nur der Körper beeinflusst das Feld, sondern auch feinere Ebenen wie Gedanken, Absicht, Emotion und Bewusstsein wirken über das Biofeld auf den Körper zurück. Genau hier ordnet Rubik ganzheitliche Methoden wie Akupunktur, Homöopathie und eben Qigong ein. Sie versteht solche Verfahren als sanfte Impulse, die das Energiefeld anstoßen und dadurch die Selbstregulation des Menschen unterstützen.

Die Grundidee: das Biofeld

Um die Studie zu verstehen, hilft ein Blick auf Rubiks zentralen Begriff. Das Biofeld ist für sie ein körpereigenes, vielschichtiges Feld. Es besteht aus messbaren elektromagnetischen Anteilen und aus feineren Anteilen, die mit Bewusstsein und seelischen Ebenen zusammenhängen. Rubik vergleicht dieses Feld gern mit einer Symphonie, in der viele Frequenzen gleichzeitig klingen und sich fortwährend verändern. Das Feld selbst wirkt dabei wie ein Dirigent, der die einzelnen Ebenen aufeinander abstimmt.

Zwei ihrer Fachbegriffe sind hilfreich. Der erste ist die Homeodynamik. Damit ist gemeint, dass der Körper kein starres Gleichgewicht hält, sondern ständig in Bewegung bleibt und sich immer wieder neu ausbalanciert. Der zweite ist die Vorstellung, dass schon winzige Impulse große Wirkungen haben können. Aus dieser Idee heraus prüfte Rubik, ob eine so sanfte Übungsform wie Qigong überhaupt eine messbare Spur hinterlässt.

Warum gerade Wildgans Qigong?

Rubik brauchte eine Übungsform, die Körper, Geist und Energie zugleich anspricht. Dafür wählte sie Dayan Qigong, das Wildgans Qigong. In der Studie wird es als eine seit mindestens 1700 Jahren überlieferte Form beschrieben, die über eine Linie von Mönchen und Meistern weitergegeben wurde. Geübt wird mit natürlicher Atmung, und die Bewegungen ahmen die Bewegungen der Wildgans nach.

Rubik hebt hervor, dass man beim Wildgans Qigong Qi von Erde und Himmel sammelt und über wichtige Akupunkturpunkte, die Meridiane und die drei Dantian im Körper verteilt. Sie bezeichnet es als eine der angesehensten Qigong-Formen für Gesundheit und Vitalität. In der Untersuchung führten die Teilnehmenden die Shaolin-Aufwärmübungen sowie die ersten 64 Bewegungen der Grundform des Dayan Qigong aus.

Wie wurde gemessen?

Für die Messung nutzte Rubik eine digitale Weiterentwicklung der Kirlian-Fotografie, die sogenannte GDV-Technik (Gasentladungs-Visualisierung). Das Verfahren geht auf den russischen Physiker Konstantin Korotkov zurück und funktioniert vereinfacht so:

Die Fingerkuppe wird auf eine elektrisierte Glaslinse der Kamera gelegt. An den Finger wird ein hochfrequentes, hochspannungsbasiertes Feld angelegt, mit rund 1024 Hertz und einer Spannung von 10 bis 20 Kilovolt. Der Strom wird dabei alle 10 Mikrosekunden ein- und ausgeschaltet, und die Fingerkuppe bleibt für eine Sekunde belichtet. Durch dieses Feld entsteht rund um die Fingerkuppe eine sogenannte Koronaentladung, also ein Kranz aus leuchtendem Plasma im sichtbaren und im nahen ultravioletten Bereich. Dieses Licht wird von einem hochempfindlichen Sensor erfasst und von einer Software ausgewertet. Weil die elektrische Belastung geringer ist als bei älteren Kirlian-Kameras, spüren die meisten Menschen dabei nichts.

Gemessen wurden alle zehn Fingerkuppen jeder Person, und zwar in einer festen Reihenfolge, vom linken Daumen bis zum linken kleinen Finger und danach vom rechten Daumen bis zum rechten kleinen Finger. Jede Person wurde unmittelbar vor und unmittelbar nach dem Qigong gemessen. Die Studie fand als Feldexperiment bei zwei Qigong-Kongressen in San Francisco statt, beim vierten Weltkongress für Qigong 2001 und beim fünften 2002.

Wer wurde untersucht?

Insgesamt wurden sechzehn Personen gemessen. Von diesen wurden die Daten von fünf chronisch kranken Erwachsenen im Detail ausgewertet. Ihr Alter reichte von 48 bis 77 Jahren, drei der fünf waren Frauen, und ihre Qigong-Erfahrung reichte vom völligen Anfänger bis zu zwei Jahren Übung.

Geschlecht

Alter

Erkrankung

Qigong-Erfahrung

weiblich

48

primäre biliäre Zirrhose

keine

weiblich

56

Multiple Sklerose

1,5 Jahre

männlich

63

Nierenversagen

2 Jahre

weiblich

71

Arthrose

3 Monate

männlich

77

Parkinson-Krankheit

4 Monate

Welche Werte wurden überhaupt betrachtet?

Die Software berechnete aus jedem Lichtkranz mehrere Kennzahlen. Damit die Ergebnisse verständlich bleiben, erkläre ich die vier wichtigsten zuerst in einfachen Worten:

Die Fläche beschreibt, wie groß der Lichtkranz um die Fingerkuppe insgesamt ausfällt. Ein größerer Wert bedeutet einen ausgedehnteren Leuchtkranz.

Die Helligkeit beschreibt, wie intensiv dieses Licht strahlt.

Die Dichte beschreibt, wie gleichmäßig der Lichtkranz gefüllt ist. Gemessen wird das im Vergleich zu einem perfekten Kreis, der den Wert 1 hätte. Ein höherer Wert steht also für einen gleichmäßiger und geschlossener wirkenden Lichtkreis.

Die Fraktalität beschreibt, wie zerklüftet oder wie glatt der äußere Rand des Lichtkranzes ist. Ein hoher Wert steht für einen unruhigen, gezackten, ausgefransten Rand. Ein niedriger Wert steht für einen glatten, ruhigen, ebenmäßigen Rand.

Zusätzlich berechnete Rubik den Unterschied zwischen der rechten und der linken Körperhälfte. Dafür addierte sie die gesamte Leuchtfläche aller Finger der rechten Hand und aller Finger der linken Hand und bildete die Differenz. Ein großer Unterschied bedeutet ein Ungleichgewicht zwischen beiden Körperseiten, ein kleiner Unterschied bedeutet eine ausgewogene Verteilung.

Die Ergebnisse in verständlicher Sprache

Von allen berechneten Kennzahlen zeigten über alle fünf Personen hinweg nur zwei einen klaren, gleichgerichteten Trend nach dem Qigong. Diese beiden sind besonders aussagekräftig.

Glattere Ränder: die Fraktalität nahm ab

Bei allen fünf Personen sank die Fraktalität nach dem Qigong. Das bedeutet ganz konkret: Der äußere Rand des Lichtkranzes um die Fingerkuppen wurde ruhiger und gleichmäßiger. Vorher war er stärker gezackt und ausgefranst, nachher glatter und ebenmäßiger.

Rubik erklärt diesen Befund mit einem sehr anschaulichen Bild, dem einer Gasflamme am Herd. Wenn das Gas ungleichmäßig zum Brenner strömt, etwa im Moment des Anzündens, flackert die Flamme unruhig und springt hin und her, und ihr Rand wirkt zerrissen. Sobald das Gas gleichmäßig und ruhig strömt, brennt die Flamme stabil, und ihr Rand ist rundum glatt. Übertragen auf den Menschen deutet Rubik den glatteren Lichtrand als Zeichen für einen gleichmäßigeren, ruhigeren Fluss des Qi im Körper und um ihn herum.

Mehr Gleichgewicht zwischen rechts und links

Die auffälligste Veränderung überhaupt betraf das Verhältnis zwischen rechter und linker Hand. Vor dem Qigong bestand bei den Teilnehmenden teils ein deutlicher Unterschied in der Leuchtfläche zwischen beiden Körperseiten. Nach dem Qigong verringerte sich dieser Unterschied bei allen fünf Personen. Die Energieabgabe der beiden Körperhälften glich sich also einander an.

Besonders interessant ist der Zusammenhang mit der Übungserfahrung. Die Anfänger zeigten vor dem Qigong das größte Ungleichgewicht zwischen rechts und links, und bei ihnen fiel die Angleichung nach dem Qigong am stärksten aus. Die erfahrenen Übenden hatten dagegen schon vor dem Qigong eine ausgewogenere Verteilung. Selbst bei der Person mit der meisten Übung verbesserte sich die Balance nach dem Qigong noch ein wenig. Man kann das so lesen, dass regelmäßiges Üben über die Zeit zu einem dauerhaft ausgeglicheneren Energiebild führt und eine einzelne Einheit vor allem bei Ungeübten spürbar ausgleichend wirkt.

Der genauer betrachtete Einzelfall: die Parkinson-Krankheit

Ein Teilnehmer mit Parkinson-Krankheit wurde besonders genau untersucht. Der Hintergrund: Im koreanischen Handtherapie-System steht der Mittelfinger für den Kopf. Weil die Parkinson-Krankheit eine Erkrankung des Gehirns ist, betrachtete Rubik hier gezielt die beiden Mittelfinger.

Bei diesem Menschen fielen die Veränderungen deutlich aus. Der Lichtkranz der Mittelfinger war nach dem Qigong sichtbar größer und vor allem gleichmäßiger als vorher. In Zahlen ausgedrückt:

Mittelfinger

Fläche vorher

Fläche nachher

Dichte vorher

Dichte nachher

Fraktalität vorher

Fraktalität nachher

links

2,14

3,22

0,404

0,456

4,63

4,09

rechts

1,87

3,02

0,366

0,473

6,61

4,55

Die Fläche wuchs also merklich, der Lichtkranz wurde größer. Die Dichte stieg, der Kranz wurde gleichmäßiger gefüllt. Und die Fraktalität sank, der Rand wurde glatter. Ähnliche auffällige Veränderungen an den zum erkrankten Organ passenden Fingern beobachtete Rubik nach eigener Angabe auch bei den Personen mit Leber- und Nierenerkrankung, ohne diese Daten allerdings im Detail abzudrucken.

Was sich nicht eindeutig veränderte

Zur Ehrlichkeit gehört auch dies: Über alle fünf Personen hinweg zeigten die Fläche, die Dichte und die Helligkeit keinen klaren, gleichgerichteten Trend. Die auffälligen Zuwächse bei Fläche und Dichte betrafen den genauer betrachteten Parkinson-Fall, ließen sich über die gesamte Gruppe hinweg aber nicht als durchgehendes Muster bestätigen. Verlässlich in eine Richtung wiesen allein die abnehmende Fraktalität und die verbesserte Rechts-Links-Balance.

Was die Studie aussagt und was nicht

Rubik selbst geht mit ihren Ergebnissen sehr vorsichtig um, und diese Redlichkeit gehört zur Studie dazu. Sie nennt mehrere klare Einschränkungen.

Die Gruppe war mit fünf ausgewerteten Personen zu klein für eine belastbare statistische Auswertung. Es gab keine Kontrollgruppe und keine Vergleichstätigkeit, mit der sich hätte prüfen lassen, ob schon einfache körperliche Bewegung ähnliche Veränderungen im Energiebild bewirkt. Jede Person wurde aus Zeitgründen nur einmal vor und einmal nach dem Qigong gemessen. Aus diesen Gründen zieht Rubik ausdrücklich keine starken Schlüsse, sondern spricht von Trends und von einem vielversprechenden Ansatz.

Fairerweise gehört noch ein weiterer Punkt dazu, den Rubik in diesem Text nicht vertieft: Die Kirlian- und GDV-Fotografie ist in der etablierten Wissenschaft umstritten und gilt dort nicht als anerkanntes Messverfahren für ein Energiefeld. Kritiker weisen darauf hin, dass die Leuchtbilder auch von Faktoren wie Feuchtigkeit, Hautschweiß, Anpressdruck und Temperatur der Fingerkuppe beeinflusst werden. Nach körperlicher Bewegung verändern sich genau solche Faktoren. Als strenger Beweis für eine Wirkung des Qigong auf ein Energiefeld taugt die Studie deshalb nicht. Als sorgfältig dokumentierte, offen als vorläufig gekennzeichnete Beobachtung und als Anstoß für größere Untersuchungen ist sie dagegen durchaus wertvoll.

Was das für die Praxis bedeuten könnte

Rubik verbindet ihre Ergebnisse mit einem alten Grundsatz der chinesischen Medizin: Das Blut folgt dem Qi. Gemeint ist, dass Veränderungen auf der feineren energetischen Ebene den körperlichen Veränderungen vorausgehen, sofern das neue Muster über die Zeit gehalten wird. Ein zweiter Grundsatz besagt, dass ein gleichmäßiger, ungehinderter Fluss des Qi eine Grundbedingung für Gesundheit und Regeneration ist.

Vor diesem Hintergrund liest sich das Studienergebnis stimmig. Ein glatterer Lichtrand steht für einen ruhigeren Fluss, und eine ausgeglichenere Verteilung zwischen rechter und linker Seite steht für ein Feld, das nach der Übung harmonischer wirkt. Wenn regelmäßiges Üben dieses ausgeglichene Muster stabilisiert, so Rubiks Überlegung, wäre über längere Zeit auch eine körperliche Verbesserung zu erwarten. Ob das zutrifft, müssten größere Studien mit vielen Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum klären.

Fazit

Beverly Rubiks Pilotstudie ist ein früher, ehrlicher Versuch, die feinen Wirkungen des Wildgans-Qigong mit wissenschaftlichen Mitteln sichtbar zu machen. Sie liefert keine Beweise, und das behauptet sie auch nicht. Was sie liefert, sind zwei gut nachvollziehbare Beobachtungen: Nach dem Üben wurde das gemessene Lichtbild der Fingerkuppen gleichmäßiger, und die Verteilung zwischen rechter und linker Körperhälfte glich sich an. Für Menschen, die Wildgans-Qigong praktizieren oder unterrichten, ist das ein schönes Bild für etwas, das im Üben ohnehin erfahrbar wird: Die Übung bringt das System in einen ruhigeren, ausgeglicheneren Zustand. Die Wissenschaft steht bei der Erforschung dieser Zusammenhänge noch am Anfang, und genau darin liegt der Reiz.

Quelle: Beverly Rubik, „The human biofield and a pilot study on qigong“. Die Studie wurde bei den Weltkongressen für Qigong 2001 und 2002 in San Francisco durchgeführt und ausgewertet.

Kategorie: Allgemein

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