Tugenden sind Babyschritte Richtung Spiritualität
Es war das Wissen von Gut und Böse vom verbotenen Baum im Himmel, das zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies führte. Doch das Wissen von Gut und Böse ist wahrscheinlich eines der ersten Dinge, die wir als Kinder lernen. Wir werden gelehrt, Tugenden und Laster zu verstehen und entsprechend dem zu handeln, was „richtig“ und was „falsch“ ist.
Das Wort „Tugend“ lässt uns automatisch an Begriffe wie „gut“, „moralisch“, „Stärke“ und „rechtschaffen“ denken, und unsere Vorstellung von Tugend wird in erster Linie durch gesellschaftliche Etikette geprägt. Eine Tugend wird gewöhnlich definiert als Verhaltensmerkmal einer Person, das auf hohe moralische Standards hinweist.
Charakterbildung
Grand Master Choa Kok Sui, der Begründer der Pranaheilung und des Arhatic Yoga, betonte die Notwendigkeit, Yama und Niyama (die Grundlagen der Charakterbildung) zu praktizieren – für jede Person, die sich mit Meditation und ähnlichen spirituellen Praktiken beschäftigt.
Er erklärte, dass Meditation nicht nur große Mengen an spiritueller Energie bündelt, sondern auch als eine Art Dünger wirkt, der das Wachstum aller inneren, angeborenen Eigenschaften einer Person fördert. Tugenden und Laster werden daher beide verstärkt, wenn man sich auf dem spirituellen Weg befindet.
„Wenn die Tugenden stark entwickelt sind, bedeutet das, dass die höhere Seele eine größere Verbindung oder Kontrolle über die inkarnierte Seele und den Körper hat … Jedes Mal, wenn du auf unheilsames Handeln verzichtest, nimmt die Verbindung zu deiner höheren Seele zu. Doch jedes Mal, wenn du gegen die Tugenden verstößt, wird die Verbindung dünner.“
— Grand Master Choa Kok Sui
Verbindung zur höheren Seele stärken
Diese Verbindung mit der höheren Seele ist von großer Bedeutung. Sie ist das, wonach die inkarnierte Seele wirklich strebt und sich sehnt.
Die Seele ist ein Wesen göttlicher Intelligenz, göttlicher Liebe und göttlicher Kraft. Diese Qualitäten manifestieren sich in den fünf Tugenden, die von Master Choa Kok Sui (teilweise schon im Grundkurs Pranaheilung) beschrieben und unterrichtet werden.
Die fünf Tugenden sind:
Liebende Güte & Nichtverletzen
Großzügigkeit & Nicht-Stehlen
Klares Wahrnehmen & Richtiger Ausdruck
Beständigkeit im Ziel und in der Anstrengung & Nicht-Faulheit
Mäßigung & Nicht-Übermaß
Während sich die göttliche Intelligenz durch die Tugenden des klaren Wahrnehmens und richtigen Ausdrucks manifestiert, zeigt sich die göttliche Liebe in liebender Güte & Nichtverletzen sowie in Großzügigkeit & Nicht-Stehlen.
Die Tugenden der Mäßigung & Nicht-Übermaß sowie der Beständigkeit im Ziel und in der Anstrengung & Nicht-Faulheit sind Ausdruck der göttlichen Kraft.
Interessant ist, dass die Tugenden jeweils paarweise bestehen. Das weist darauf hin, dass Tugendhaftigkeit nicht nur ein passiver Zustand des „Gut-Seins“ ist, sondern ein aktiver Weg des Tuns. Beispielsweise ist es unvollständig, einfach nur niemanden zu verletzen – wahrhaft tugendhaft ist man erst, wenn man liebende Güte aktiv praktiziert. Ebenso reicht es nicht, Dinge korrekt wahrzunehmen, wenn diese Wahrnehmung nicht durch richtigen Ausdruck zum Ausdruck gebracht wird.
Jede Tugend umfasst somit zwei Aspekte, die sich gegenseitig ergänzen und das Prinzip von Yin und Yang widerspiegeln – das Gleichgewicht von Männlich und Weiblich, Negativ und Positiv. Durch die bewusste Entwicklung dieser Tugenden treten wir in Einklang mit unserem höheren Selbst, unserer inneren Natur und stärken unsere Energiezentren (Chakras) nachhaltig.
Master Choa Kok Sui hat die verschiedenen Facetten dieser fünf Tugenden ausführlich erklärt. Wer sie praktiziert, kann auf dem spirituellen Weg wahrhaftig Fortschritte machen.
Quelle: „Einswerden mit der Seele“ und “Mitfühlende Sachlichkeit – Golden Lotus Sutras über Charakterbildung“
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