Die vier Abschnitte des Da Yan (Wildgans) Qigong Typ I und deren Ziele und Aufgaben

Neben den zigtausenden Qigong-Stilen gibt es eine Form, die sich sehr von den anderen unterscheidet: Da Yan (chin. Wildgans) Qigong. Dieses, auf der Traditionellen Chinesischen Medizin beruhende Bewegungs-Qigog wurde vor etwa 2000 Jahren von taoistischen Mönchen am Kunlungebirge entwickelt und von einer Generation zur nächsten im Geheimen weitergegeben. Erst 1978 wurde das Geheimnis gelüftet und von der Vertreterin der 27. Generation erstmals an die Öffentlichkeit gebracht.

Da Yan Qigong imitiert die Bewegungen der Wildgänse. Dieser symbolträchtige Vogel wird in China verehrt für seine Langlebigkeit, Anmut, Robustheit und Ausdauer.

Wildgans Qigong dient - bezogen auf die inneren Prozesse  - der Reinigung der Meridiane und der Verbesserung der Blutzirkulation und des Stoffwechsels. Außerdem wird das Chi (Lebensenergie, Sauerstoff aus der Luft) in den Körper geholt, wo es zum Zirkulieren gebracht wird. Dabei erfüllen die 64 Bewegungen unterschiedliche Aufgaben.

Dayan (Wildgans) Typ I:

Physisch betrachtet dreht und bewegt dieser WG Typ I alle wichtigen Gelenke und sorgt damit für mehr Flexibilität, Koordination, bessere Sauerstoffversorgung und Durchblutung mit Blut und Qi.

Dayan Qigong beinhaltet Bewegungen, die die Energie "motivieren", sich im Kreislauf des Zentralmeridians auf und ab zu bewegen. Dieser besteht aus dem Lenker- und Konzeptionsgefäß, die sich auf der Vorder- und Rückseite des Körpers befinden.  Indem die Zunge  den Gaumen berührt, vereinen sich die beien zu einem kleinen, mikrokosmischen Kreislauf, der die Funktion erfüllt, Energie - das Qi - nach außen zu befördern und nach innen im Meridiansystem zu verteilen.

Die vier Abschnitte und deren innere Prozesse

Man kann die 64 Übungen im Wildgans Qigong im Bezug auf ihre Aufgaben in vier Abschnitte teilen.
Abschnitt I: Übungen 1 bis 36:
Hier werden die Haupt- und Sondermeridiane sowie Energiepunkte geöffnet und dabei mehrmals Giftstoffe (Toxine) aus dem Körper und saubere Luft (Chi) in den Körper befördert.
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Abschnitt II: Übungen 37 bis 44:
Diese dynamischen, schnellen Bewegungen vertiefen den o.g. Prozess und schleudern die tieferliegenden Giftstoffe aus dem Körper. Nach der Reinigung entsteht durch die cirkularen und spinalen Bewegungen der mikrokosmische Kreislauf mit dem Zweck, die Zirkulation von Blut und Chi zu verbessern:
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Abschnitt III: Übungen 45 bis 55:
Hier wird frisches Chi in den Körper befördert. Die Bewegungen  45-55 füllen den Energiespeicher in den Dantians weiter auf, indem gesundes Qi in den Körper geholt und gespeichert wird:
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20150630_070833Abschnitt IV: Übungen 56 bis 64:
Diese Übungen dienen der Regulierung von Blut und Sauerstoff und bringen Yin und Yang im Körper in Einklang:
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Damit wird klar, dass die Choregraphie der 64 Übungen eine logische, durchdachte Abfolge ist, die aufeinander aufbaut. Auch wenn es nicht schadet, nur Teile zu machen - was beim Erlernen der Abfolge durchaus sinnvoll und gewollt ist - so sollte es das langfristige Ziel sein, die gesamte Übungsabfolge am Stück zu üben.  Bei nur 10 Minuten ist das bestimmt auch machbar. 🙂
Neben den Prozessen, die, wie oben erklärt die Arbeit mit dem Chi beschreiben, trainiert Da Yan (Wildgans) Qigong darüber hinaus auch den gesamten Bewegungsapparat inklusive Muskulatur, Sehnen und Gelenke sowie die Konzentration und Koordination.

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